Soziales Engagement in der deutschen Sektion der GESS
Verantwortung für andere zu übernehmen gehört seit je zum Kern der Erziehung. Das betont auch das Leitbild unserer Schule: „Wir fördern personale und soziale Kompetenz" (Grundsatz 5), was für uns bedeutet:
• Bildung und Erziehung beginnen und enden nicht innerhalb des Klassenraumes.
• Eine internationale Erziehung beinhalt die aktive Entwicklung von Geisteshaltungen und Wertvorstellungen, die die durch Rasse, Gesellschaftsschicht, Religion, Geschlecht oder Politik gesetzten Grenzen überwindet.
• Der Wille, im Dienste einer Gesellschaft tätig zu sein, ergänzt die intellektuelle und akademische Entwicklung.
In den Klassen 10 und 11 nehmen daher alle Schüler am Sozialdienst teil. Den Höhepunkt des sozialen Engagements bildet das zweiwöchige Sozialprojekt in Klasse 10, das traditionellerweise in Indien stattfindet. Dieses Projekt wird von der GESS organisiert und unterrichtlich vorbereitet.
Wie profitieren unsere Schüler von dem Sozialdienst?
Schwächeren und in Not geratenen Menschen zu helfen ist Darstellung von Geisteshaltungen und Werten. Um diese einzuüben, leisten die Schüler in zwei Jahren insgesamt ca. 70 Stunden gemeinnützigen Dienst am Nächsten. Fünf Prinzipien definieren dabei die jeweilige Aufgabenstellung: Pflicht, Kompetenz, Kontinuität, Ernsthaftigkeit und die Öffnung der Schule nach außen. Für unsere Schüler ergibt sich dabei eine echte „win-win-Situation". Sie unterstützen bedürftige Menschen in Singapur und fördern ihre Persönlichkeitsentwicklung durch die Entwicklung von:
• Eigeninitiative und Selbstvertrauen,
• Bewusstsein und Verantwortung für den Dienst in der Gesellschaft, besonders für die bedürftigen und / oder benachteiligten Mitglieder,
• emotionalen Fähigkeiten wie Verlässlichkeit, Teamgeist und Durchhaltevermögen,
• einer eigenständigen und längerfristigen Zeitplanung.
Um das Erreichen dieser Ziele gewährleisten zu können, arbeiten wir mit verschiedenen sozialen Einrichtungen und Sozialarbeitern in der Stadt zusammen und stehen mit ihnen in kontinuierlichem Kontakt. Eine Bescheinigung über die Teilnahme am Sozialdienst ist Bestandteil aller Zeugnisanlagen!
Das Sozialpraktikum in Indien
Unser Ziel ist es nicht, Geld zu spenden, sondern konkrete Projekte zu unterstützen und den Schülern Gelegenheit zu geben, selbst Teil dieser Projekte zu sein und zu sehen, wofür das Geld gesammelt wurde, aber auch die Freude der Menschen zu erleben, die wir unterstützen. Unsere pädagogische Begründung für dieses Sozialpraktikum:
• Die Schüler setzen sich mit ethischen und gesellschaftlichen Problemstellungen auseinander.
• Sie erwerben soziale Sensibilität und Kompetenz.
• Sie erhalten die Möglichkeiten zur Selbsterfahrung durch Konfrontation mit neuartigen Lebensbereichen und Situationen.
• Dadurch werden Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl gestärkt.
Der nachfolgende Ausschnitt aus einer „Reflexion" eines Praktikumsberichts mag einen Eindruck vermitteln, wie die Schüler selbst das Praktikum in Indien erleben:
[...]"Zwei Wochen mag als eine kurze Zeitspanne im Leben eines Menschen erscheinen, selbst in dem einer Siebzehnjährigen, trotzdem wage ich zu sagen, dass diese Wochen mich weitergebildet haben wie Jahre. Ich merke im Nachhinein, dass ich um einiges vernünftiger und erwachsener geworden bin. Ich habe das Gefühl, mit Verantwortung besser umgehen zu können und habe auch gemerkt, dass es mir durchaus möglich ist, mir meinen Arbeitstag sowie Arbeitsplatz zu organisieren und eine für mich klare Struktur hineinzubringen. Davon profitiert zurzeit vor allem auch meine Schularbeit.
[...] Motivation habe ich auch in dem Sinne erfahren, dass ich gut beobachten konnte, wie das Leben der sehr einfachen Leute ist, die außer ihrem kleinen Dorf vielleicht nichts kennen, wahrscheinlich nicht auf eine höhere Schule gegangen sind und wenig bis gar keine Chance haben, aus ihrem Leben jemals etwas zu machen. Wenn man eine Zeitlang Teil des Alltags eines solchen Lebens wird, wird einem nicht nur bewusst, wie gut man es doch in Wirklichkeit hat, sondern viel mehr glaube ich, dass wir in unserer heutigen Gesellschaft immer mal wieder sehen müssen, wofür wir uns eigentlich jeden Tag sieben Stunden in die Schule setzten, dann Zuhause noch Hausaufgaben machen und wofür man sich anstrengt, um gute Noten zu schreiben.
[...] Würde ich nächstes Jahr gefragt werden, ob ich erneut nach Indien reisen möchte, wäre meine Antwort auf jeden Fall „Ja", ohne lange nachdenken zu müssen. In diese zwei Wochen ist so viel Charakter- und Persönlichkeitsentwicklung „gestopft", dass es eine Erfahrung ist, die jeder Mensch mindestens einmal in seinem Leben durchmachen muss, um sich selber besser kennen zu lernen und zu lernen, sich selber einzuschätzen."[...]
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